15.06.2026 | Antrag zum Haushaltsplan 2026
Weiterentwicklung und Digitalisierung bestehender Fahrscheinangebote sowie der Bezahlmöglichkeiten im VVS
Antrag:
1. Die Verbandsgeschäftsstelle berichtet zeitnah über die Ergebnisse des VVS-Tarifsymposiums vom 8. Juni 2026, insbesondere über den aktuellen Stand der Diskussionen zur Zukunft des 4er-Tickets sowie die Digitalisierung der Fahrscheine und der Bezahlmöglichkeiten.
2. Der Verband Region Stuttgart setzt sich dafür ein, dass das bewährte 4er-Ticket erst dann abgeschafft wird, wenn den Fahrgästen eine mindestens gleichwertige, möglichst einfach nutzbare und wirtschaftlich attraktive Alternative zur Verfügung steht. Bis zur Einführung einer solchen Alternative ist das 4er-Ticket unverändert beizubehalten.
3. Der Verband Region Stuttgart spricht sich dafür aus, die Möglichkeit der Barzahlung in den Bussen der Region – einschließlich der Busse der SSB in Stuttgart – mindestens für weitere sechs Monate flächendeckend aufrechtzuerhalten. Dieser Zeitraum soll genutzt werden, um zu untersuchen, ob Fahrgäste, die bislang bar bezahlen, auf digitale Bezahlmöglichkeiten ausweichen können oder ob ihnen entsprechende Zahlungsmittel zur Verfügung stehen.
4. Auf Grundlage dieser Untersuchung ist das Bezahlsystem so weiterzuentwickeln, dass insbesondere ältere Menschen, Kinder und weitere Fahrgastgruppen ohne digitale Endgeräte oder bargeldlose Zahlungsmittel nicht von der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs ausgeschlossen werden. Ziel muss ein modernes, kundenfreundliches und zugleich inklusives Bezahlsystem sein.
Begründung:
Die Weiterentwicklung und Digitalisierung von Fahrscheinangeboten sowie der Bezahlmöglichkeiten im öffentlichen Personennahverkehr sind grundsätzlich sinnvoll und auch aus wirtschaftlichen Gründen erforderlich. Digitale Vertriebs- und Bezahlsysteme können Prozesse vereinfachen, Kosten reduzieren und den Zugang zum ÖPNV erleichtern. Gleichzeitig muss jedoch sichergestellt werden, dass alle Fahrgastgruppen bei diesem Wandel mitgenommen werden. Daher sind angemessene Übergangsfristen erforderlich. Zudem müssen tragfähige Lösungen für Menschen geschaffen werden, die nicht über digitale Endgeräte oder digitale Zahlungsmöglichkeiten verfügen oder diese nicht nutzen können. Die Digitalisierung darf nicht dazu führen, dass einzelne Fahrgäste von der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs ausgeschlossen oder benachteiligt werden.
Erst vor kurzer Zeit wurde auf Antrag der CDU/ÖDP-Fraktion das Kinder-4er-Ticket im VVS eingeführt. Insbesondere für Schulklassen stellt es eine wichtige Ergänzung des Tarifangebots dar. Auch das 4er-Ticket für Erwachsene wird weiterhin in nennenswertem Umfang genutzt. Da der Gelegenheitsverkehr nach wie vor rund 25 Prozent der verkauften Tickets ausmacht, ist davon auszugehen, dass auch das 4er-Ticket einen relevanten Anteil daran hat.
Tielesch, Steinbacher, Klamt und Kreiser